Cover of Die Revolte
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Die Revolte

by Rudi Dutschke (1983)

About this book

Es ist kein Geschichts-Buch: Die Fragen, die die Studenten- und Jugendrevolte Ende der 60er Jahre an unsere Gesellschaft, an Politik und Moral, an die deutsche Vergangenheit stellte, erst geduldig, dann militant, sind bis heute nicht wirklich beantwortet. Was hat die radikalen Frager in diesen Jahren der Unruhe bewegt? Wovon träumten sie, die aus dem öd-konservativen Konsens der Adenauer-ära aufgebrochen waren? Und welche Rolle hatten dabei jene Theoretiker wie Ernst Bloch, Helmut Gollwitzer, Herbert Marcuse, die intellektuellen Mentoren der Revolte, die sich auch praktisch solidarisierten? Die Revolte markierte einen einschneidenden Wendepunkt in der politischen Kultur der Bundesrepublik. Aber was ist geblieben von den Anstößen, den Impulsen, den zuweilen provokativen Aktionen? War alles sinnlos? Sind wir wieder in den 60ern angelangt, haben wir uns nur einmal im Kreis gedreht in dieser Republik, in der nun der „Enkel Adenauers“ regiert? Und ist vielleicht auch der Traum von einem freiheitlichen Sozialismus, den viele damals träumten, ausgeträumt? Oder gar enttäuscht durch die Revolte, denunziert durch ihre Protestmethoden, die (auch) im Terror endeten? Oder lebt die Revolte vielleicht doch in vielen Formen von demokratischem Widerstand und in neuen sozialen Bewegungen? Rudi Dutschke — den einen moralisches Vorbild und Freiheitskämpfer, den anderen demagogischer Prediger von Gewalt — starb am 24. Dezember 1979, erst 39 Jahre alt, an den Spätfolgen des Revolverattentats von Ostern 1968, „So ist die Revolte Trauma und Traum, Geschichte und Gegenwart. Noch vor dem Tod einiger ihrer Väten (Bloch, Marcuse, Sartre) starben, oft gewaltsam, viele ihrer Söhne und Töchter, in den USA, in Westeuropa, in vielen Ländern der Welt. Die Revolte, die Träume, Entwürfe, Utopien konnten nicht erschossen werden. Trost für Trauernde kann das nicht sein. Eine Spur Hoffnung vielleicht — für den nächsten Versuch. Die Revolte war ein Aufbruch, sich selbst, eine neue Welt und die Wahrheit zu suchen. Unbedingt, provozierend, mit der ganzen Existenz. Und die Wahrheit ist konkret, hat einmal jemand gesagt, auch nicht in einer Nacht zu finden. „Wo die Revolte konkret wurde, hat sie sie gefunden.“ (Jürgen Miermeister) Die vorliegenden Texte, Essays über drei „Väter der Revolte“ (Bloch, Gollwitzer, Marcuse), einige Briefe an sie (und von ihnen) sowie Interviews mit Rudi Dutschke aus den 60er und 70er Jahren, wurden ergänzt durch Reden und Schriften der „antiautoritiren Autoritäten“, durch Dokumente der Zeit (oft des Hasses der Zeit) und durch eine auf den neuesten Stand gebrachte Bibliographie. Dieses Buch zeigt Rudi Dutschke in seiner Vielseitigkeit: den politischen Menschen, von christlicher Ethik her kommend, den Agitator und Rhetoriker, den kritisch-selbstkritischen Theoretiker — und nicht zuletzt wird er hier sichtbar als einer, der zuhören und vermitteln, lernen und weitergeben konnte; als einer, dem Liebe und Leidenschaft für Menschen eigen waren: „Sich selbst zu verändern, glaubwürdig zu werden, Menschen zu überzeugen und den verschiedensten Formen von Ausbeutung und Terror entgegenzuwirken, das mag in manchen Augenblicken ungeheuer schwer erscheinen. Und dennoch gibt es dazu keine Alternative.“ (Rudi Dutschke, 1977)

Setting / LocationGlobal
Story EraModern Era
Protagonist / CoreDie Revolte Lead Character

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